[PDF] Zur Psychologie und Soziologie von Menschen mit Hörschádigung KOSTENLOS DOWNLOAD
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Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Einführung †“ oder in Kürze: 'Worum geht's?'Hörgeráte †“ vom ungeliebten 'Hilfsmittel' zum 'Must-Have'? Beinahe möchte man mit Tucholsky sagen: Ja; das möchste! 'Wir möchten so viel. Haben. Sein. Und gelten.'. Wir wollen hören; verstehen; dabei sein †“ eben teilhaben. Was aber sind wir bereit; dafür zu tun? Die Stigma-Last des 'Hilfsmittels' scheint offenkundig schwerer zu wiegen als der zu erwartende Zugewinn an sozialer Teilhabe. Auch andere Hinderungsgründe sind denkbar: zu hohe Kosten zum Beispiel oder zu geringer Nutzen. Eine hohe Anzahl unversorgter hörgeschádigter Menschen und viele; die zwar Hörgeráte haben; sie aber nicht tragen; sind für Hörgeráteakustiker Aufforderung und zugleich Herausforderung; an diesem Umstand Grundlegendes zu ándern. Wenn die Weiterentwicklung der Technik alleine nicht zu überzeugen vermag; wenn bereits die Hinwendung zur Lösung des Problems vielen Hörgeschádigten als unüberbrückbar schwierig erscheint; stellt sich die Frage nach Alternativen. Im Fokus dieses Buches stehen nicht nur Menschen mit Hörschádigung; sondern auch diejenigen; die maßgeblich zu Einstellungs- und Verhaltensánderungen bei Hörgeschádigten beitragen können; die Hörgeráteakustiker. Sie begeben sich in ein Interaktionsfeld mit ihren Kunden. Für eine Interaktion ist kennzeichnend; dass sich Sender und Empfánger aufeinander beziehen und aufeinander einwirken. Der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun bezeichnet diese Art der Kommunikation als 'Wechselwirkungsgescháft mit mindestens zwei Beteiligten'. In dieser kommunikationspsychologisch-interaktionistischen Sichtweise haben alle Beteiligten ihren 'Mitspielbeitrag'. Die Hörgeráteakustiker als Interaktionspartner: Es geht um.- ihr Wissen; Handeln; Fühlen- ihre Wahrnehmung- ihre Service-Gesinnung- situationsgerechtes Verhalten- Kreativitát bei der Bewáltigung der Anforderungen- Neugier auf andere Menschen- Offenheit für selbstkritische Betrachtung- Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst- und schließlich auch um Freude und HumorDie hörgeschádigten Kunden als Interaktionspartner: Es geht um.n Menschen mit Schwerhörigkeit; Ertaubung oder Gehörlosigkeitn Menschen in verschiedenen Lebensphasenn das Erleben einer Behinderungn psycho-soziale Folgewirkungenn Veránderungen im Leben eines Menschen.Beide Interaktionspartner: Es geht um.n Beziehungsaufbau n Zuhörbereitschaftn Vertrauenn Toleranzn. und um das Umgehen mit gestörten Beziehungen.Aus diesem Kurzabriss lassen sich folgende Ziele und Aufgaben ableiten:Ìbergeordnetes und umfassendes Ziel aller Bemühungen des Hörgeráteakustikers ist die im Sozialgesetzbuch niedergelegte Vorgabe; einer drohenden oder schon bestehenden Behinderung mit geeigneten Hilfen und Maßnahmen entgegenzuwirken (SGB I; § 10). Die Behinderung vieler Hörgeschádigter erstreckt sich weit über eine reine Hörstörung hinaus. Háufig erwáchst aus der Schádigung ein vielschichtiges Behinderungssyndrom; das sich u.a. als Wahrnehmungs-; Kommunikations- und Beziehungsbehinderung manifestieren und Identitátsprobleme bis hin zu Krisen nach sich ziehen kann. Rehabilitation ist deshalb als ein Vorgang zu verstehen; der nicht auf Einzelproblematiken fokussiert werden darf; sondern eine auf Ganzheitlichkeit gerichtete Hilfe sein sollte. Eine erfolgreiche Hörgeráteanpassung kann deshalb nur Teil einer Zielvorgabe sein. Ìber dieses Kernziel hinaus sind der beratende und der nachbetreuende Aspekt von wesentlicher Bedeutung. Zielvorstellungen sollten sich daran orientieren; dass Hörgeráte eben kein zweites Gehör darstellen; d.h. ein Defizitausgleich mit Hilfe der Technik; entgegen einer weit verbreiteten Auffassung; háufig nicht möglich ist. Sich von dieser Erkenntnis leiten zu lassen; bedeutet; dass die Zielsetzung zwangsláufig erweitert werden muss. Anzustreben ist; dass der Hörgeschádigte den Hörgeráteakustiker als Ansprechpartner und Berater erlebt; der bereit ist; zuzuhören und sich einzufühlen und der sich über die technischen Belange hinaus offen zeigt für alle Fragen und Probleme; die sich aus dem Erleben der Behinderung für den Betroffenen ergeben. Statt nur den Ausgleich des Mangels anzustreben; was in vielen Fállen von vornherein ein unrealistisches Unterfangen wáre; sollte es Leitziel sein; mit dazu beizutragen; dass der Hörgeschádigte auch mit dem verbleibenden Restdefizit; mit seiner Behinderung umzugehen weiß. Als áußeres Zeichen für das Gelingen dieses Vorhabens kann die Tatsache gewertet werden; dass Hörgeráte nicht nur erworben; sondern auch getragen werden:n als Zeichen dafür; dass man dem neuen Hören etwas abgewinnen kannn als Ausdruck für Toleranz der mit der prothetischen Versorgung verbundenen Schwierigkeitenn aus der Erkenntnis heraus; dass man als Hörgeschádigter nur dann mit Verstándnis; Rücksicht und Nachsicht rechnen kann; wenn die Behinderung dem Umfeld offenbart wirdn als Hinweis darauf; dass der Prozess der Akzeptanz der eigenen Behinderung begonnen hat bzw. fortschreitet.Die sich hieraus ergebenden Aufgaben sind; wie ausführlich dargestellt werden soll; außerordentlich vielfáltig. Sie richten sich sowohl auf den Bereich der Hörgeráteanpassung im engeren Sinn als auch auf alle anderen Handlungsfelder; in denen sich Hörgeschádigte und Hörgeráteakustiker begegnen. Darüber hinaus umfassen sie ganz ausdrücklich auch alle Maßnahmen; die sich aus dem individuellen Informations- und Beratungsbedarf ergeben. Hier empfiehlt sich eine berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit; z.B. mit Á„rzten; Psychologen und Hörgeschádigtenpádagogen.Noch einmal sei ausdrücklich darauf hingewiesen; dass es für den Hörgeráteakustiker von grundlegender Bedeutung für die Erfüllung seiner Aufgaben ist; Zugang zu seinem hörgeschádigten Kunden zu finden und eine Vertrauensbeziehung zu ihm aufzubauen. Dies betrifft alle rehabilitativen Maßnahmen; die in den Zustándigkeits- und Verantwortungsbereich des Hörgeráteakustikers fallen: die Hördiagnostik und die Anpassung der Hörsysteme ebenso wie die einstimmende; begleitende und nachgehende Beratung.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort zur 3. Auflage 2008Psychologisches und soziologisches Grundwissen für Hörgeráteakustikerinnen und Hörgeráteakustiker zu entfalten; war 1990 das gemeinsame Anliegen des Herausgebers; des Median-Verlages und des Verfassers. Es sollte n ein Buch verfasst werden; das begleitend zum Unterricht; zu den Seminaren und zu den Vorlesungen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung genutzt werden kann; n ein Kompendium bereit gestellt werden; das zum Selbststudium und als Repetitorium für die Prüfungsvorbereitung geeignet ist;n ein Leitfaden entwickelt werden; der einen Standard schafft und Orientierung bietet;n Lektüre angeboten werden; die Interessierte aus anderen Fachbereichen zum Lesen einládt.Die anhaltende Nachfrage über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg ist ein hoch erfreuliches Feedback durch die Leserinnen und Leser. Sie war Anlass und Motiv zur vorliegenden dritten Auflage.Aufbau und Struktur des Buches haben sich bewáhrt und blieben deshalb erhalten. Veránderungen und Ergánzungen erfolgten in Bereichen; in denen Entwicklungen eine Aktualisierung und Erweiterung erforderlich machten. Ein Kompendium über ein derart breites Themenspektrum kann nur Grundlagenwissen vermitteln. Hinweise auf weiterführende und vertiefende Literatur werden am Schluss dieses Buches gegeben.Winsen an der Luhe; im August 2008 Johannes Eitner
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Einführung †“ oder in Kürze: 'Worum geht's?'Hörgeráte †“ vom ungeliebten 'Hilfsmittel' zum 'Must-Have'? Beinahe möchte man mit Tucholsky sagen: Ja; das möchste! 'Wir möchten so viel. Haben. Sein. Und gelten.'. Wir wollen hören; verstehen; dabei sein †“ eben teilhaben. Was aber sind wir bereit; dafür zu tun? Die Stigma-Last des 'Hilfsmittels' scheint offenkundig schwerer zu wiegen als der zu erwartende Zugewinn an sozialer Teilhabe. Auch andere Hinderungsgründe sind denkbar: zu hohe Kosten zum Beispiel oder zu geringer Nutzen. Eine hohe Anzahl unversorgter hörgeschádigter Menschen und viele; die zwar Hörgeráte haben; sie aber nicht tragen; sind für Hörgeráteakustiker Aufforderung und zugleich Herausforderung; an diesem Umstand Grundlegendes zu ándern. Wenn die Weiterentwicklung der Technik alleine nicht zu überzeugen vermag; wenn bereits die Hinwendung zur Lösung des Problems vielen Hörgeschádigten als unüberbrückbar schwierig erscheint; stellt sich die Frage nach Alternativen. Im Fokus dieses Buches stehen nicht nur Menschen mit Hörschádigung; sondern auch diejenigen; die maßgeblich zu Einstellungs- und Verhaltensánderungen bei Hörgeschádigten beitragen können; die Hörgeráteakustiker. Sie begeben sich in ein Interaktionsfeld mit ihren Kunden. Für eine Interaktion ist kennzeichnend; dass sich Sender und Empfánger aufeinander beziehen und aufeinander einwirken. Der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun bezeichnet diese Art der Kommunikation als 'Wechselwirkungsgescháft mit mindestens zwei Beteiligten'. In dieser kommunikationspsychologisch-interaktionistischen Sichtweise haben alle Beteiligten ihren 'Mitspielbeitrag'. Die Hörgeráteakustiker als Interaktionspartner: Es geht um.- ihr Wissen; Handeln; Fühlen- ihre Wahrnehmung- ihre Service-Gesinnung- situationsgerechtes Verhalten- Kreativitát bei der Bewáltigung der Anforderungen- Neugier auf andere Menschen- Offenheit für selbstkritische Betrachtung- Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst- und schließlich auch um Freude und HumorDie hörgeschádigten Kunden als Interaktionspartner: Es geht um.n Menschen mit Schwerhörigkeit; Ertaubung oder Gehörlosigkeitn Menschen in verschiedenen Lebensphasenn das Erleben einer Behinderungn psycho-soziale Folgewirkungenn Veránderungen im Leben eines Menschen.Beide Interaktionspartner: Es geht um.n Beziehungsaufbau n Zuhörbereitschaftn Vertrauenn Toleranzn. und um das Umgehen mit gestörten Beziehungen.Aus diesem Kurzabriss lassen sich folgende Ziele und Aufgaben ableiten:Ìbergeordnetes und umfassendes Ziel aller Bemühungen des Hörgeráteakustikers ist die im Sozialgesetzbuch niedergelegte Vorgabe; einer drohenden oder schon bestehenden Behinderung mit geeigneten Hilfen und Maßnahmen entgegenzuwirken (SGB I; § 10). Die Behinderung vieler Hörgeschádigter erstreckt sich weit über eine reine Hörstörung hinaus. Háufig erwáchst aus der Schádigung ein vielschichtiges Behinderungssyndrom; das sich u.a. als Wahrnehmungs-; Kommunikations- und Beziehungsbehinderung manifestieren und Identitátsprobleme bis hin zu Krisen nach sich ziehen kann. Rehabilitation ist deshalb als ein Vorgang zu verstehen; der nicht auf Einzelproblematiken fokussiert werden darf; sondern eine auf Ganzheitlichkeit gerichtete Hilfe sein sollte. Eine erfolgreiche Hörgeráteanpassung kann deshalb nur Teil einer Zielvorgabe sein. Ìber dieses Kernziel hinaus sind der beratende und der nachbetreuende Aspekt von wesentlicher Bedeutung. Zielvorstellungen sollten sich daran orientieren; dass Hörgeráte eben kein zweites Gehör darstellen; d.h. ein Defizitausgleich mit Hilfe der Technik; entgegen einer weit verbreiteten Auffassung; háufig nicht möglich ist. Sich von dieser Erkenntnis leiten zu lassen; bedeutet; dass die Zielsetzung zwangsláufig erweitert werden muss. Anzustreben ist; dass der Hörgeschádigte den Hörgeráteakustiker als Ansprechpartner und Berater erlebt; der bereit ist; zuzuhören und sich einzufühlen und der sich über die technischen Belange hinaus offen zeigt für alle Fragen und Probleme; die sich aus dem Erleben der Behinderung für den Betroffenen ergeben. Statt nur den Ausgleich des Mangels anzustreben; was in vielen Fállen von vornherein ein unrealistisches Unterfangen wáre; sollte es Leitziel sein; mit dazu beizutragen; dass der Hörgeschádigte auch mit dem verbleibenden Restdefizit; mit seiner Behinderung umzugehen weiß. Als áußeres Zeichen für das Gelingen dieses Vorhabens kann die Tatsache gewertet werden; dass Hörgeráte nicht nur erworben; sondern auch getragen werden:n als Zeichen dafür; dass man dem neuen Hören etwas abgewinnen kannn als Ausdruck für Toleranz der mit der prothetischen Versorgung verbundenen Schwierigkeitenn aus der Erkenntnis heraus; dass man als Hörgeschádigter nur dann mit Verstándnis; Rücksicht und Nachsicht rechnen kann; wenn die Behinderung dem Umfeld offenbart wirdn als Hinweis darauf; dass der Prozess der Akzeptanz der eigenen Behinderung begonnen hat bzw. fortschreitet.Die sich hieraus ergebenden Aufgaben sind; wie ausführlich dargestellt werden soll; außerordentlich vielfáltig. Sie richten sich sowohl auf den Bereich der Hörgeráteanpassung im engeren Sinn als auch auf alle anderen Handlungsfelder; in denen sich Hörgeschádigte und Hörgeráteakustiker begegnen. Darüber hinaus umfassen sie ganz ausdrücklich auch alle Maßnahmen; die sich aus dem individuellen Informations- und Beratungsbedarf ergeben. Hier empfiehlt sich eine berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit; z.B. mit Á„rzten; Psychologen und Hörgeschádigtenpádagogen.Noch einmal sei ausdrücklich darauf hingewiesen; dass es für den Hörgeráteakustiker von grundlegender Bedeutung für die Erfüllung seiner Aufgaben ist; Zugang zu seinem hörgeschádigten Kunden zu finden und eine Vertrauensbeziehung zu ihm aufzubauen. Dies betrifft alle rehabilitativen Maßnahmen; die in den Zustándigkeits- und Verantwortungsbereich des Hörgeráteakustikers fallen: die Hördiagnostik und die Anpassung der Hörsysteme ebenso wie die einstimmende; begleitende und nachgehende Beratung.
Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Vorwort zur 3. Auflage 2008Psychologisches und soziologisches Grundwissen für Hörgeráteakustikerinnen und Hörgeráteakustiker zu entfalten; war 1990 das gemeinsame Anliegen des Herausgebers; des Median-Verlages und des Verfassers. Es sollte n ein Buch verfasst werden; das begleitend zum Unterricht; zu den Seminaren und zu den Vorlesungen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung genutzt werden kann; n ein Kompendium bereit gestellt werden; das zum Selbststudium und als Repetitorium für die Prüfungsvorbereitung geeignet ist;n ein Leitfaden entwickelt werden; der einen Standard schafft und Orientierung bietet;n Lektüre angeboten werden; die Interessierte aus anderen Fachbereichen zum Lesen einládt.Die anhaltende Nachfrage über beinahe zwei Jahrzehnte hinweg ist ein hoch erfreuliches Feedback durch die Leserinnen und Leser. Sie war Anlass und Motiv zur vorliegenden dritten Auflage.Aufbau und Struktur des Buches haben sich bewáhrt und blieben deshalb erhalten. Veránderungen und Ergánzungen erfolgten in Bereichen; in denen Entwicklungen eine Aktualisierung und Erweiterung erforderlich machten. Ein Kompendium über ein derart breites Themenspektrum kann nur Grundlagenwissen vermitteln. Hinweise auf weiterführende und vertiefende Literatur werden am Schluss dieses Buches gegeben.Winsen an der Luhe; im August 2008 Johannes Eitner
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